Ger

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Das Ger – die Speerspitze

Als Stammeszeichen wählte man 1947 das Ger, die goldene Speerspitze auf schwarzem Grund.

Wenn man nach der engeren Bedeutung des Zeichens sucht, findet man im Lexikon nur folgende Definition:

Ger, ursprünglich eine germanische Wurf- und Stoßwaffe aus der Turnvater Jahn ein sportliches Wurfgerät gleichen Namens entwickelte, das später vom Speer verdrängt wurde. (Brockhaus)

Doch wäre es zu einfach, unser Stammesabzeichen auf die Spitze eines Wurfgerätes zu reduzieren. Daher wollen wir hier einmal näher auf die Geschichte der Speerspitze eingehen.

Als nach dem verlorenen ersten Weltkrieg, Anfang der zwanziger Jahre, um die Bündische Frage, also die Frage der Stilrichtung im DPB, dem Deutschen Pfadfinder Bund, gerungen wurde, tauchte im Schriftum des Bundes häufig eine Speerspitze im Halbrund auf. Auf ein generelles Bundeszeichen als Zeichen der neuen Linie konnte man sich aber nicht einigen. Da die Gründung unserer Gruppe in diese Zeit fällt, erklärt das vielleicht diese Form der Speerspitze auf unserer Horstfahne.

Später etwa 1926/ 1927 entwickelte sich aus diesem Zeichen eine streng stilisierte Lilie, deren Anlehnung an das internationale Zeichen des Weltpfadfindertums unverkennbar ist. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Entwicklung gerade zu diesem Zeichen mit den damaligen Bemühungen des DPB um Auslandskontakte (Boy Scouts International Bureau) in Einklang zu bringen ist.

Anfang der dreißiger Jahre setzt sich ein neues Bundeszeichen durch. Die Gerspitze, schlicht und streng in ihrer klaren Form. Bereits auf dem Bundestag zu Pfingsten 1931 auf der Erpeler Ley wehen über 100 neue Sturmfahnen mit dem neuen Zeichen: Die weiße Gerspitze auf schwarzem Grund mit weißem Rand. Unter diesem Zeichen wurde der DPB 1933 von der NS-Regierung mit anderen Bünden verboten.

Bei der Wiedergründung des Stammes suchte man nach einem geeigneten Zeichen, das vor allen Dingen auf die Wurzeln des Stammes vor dem Krieg hinweisen sollte. Da die Wiedergründungsmitglieder Mitglieder des Horst Lage im DPB gewesen waren, Pink (Heinrich Siebrasse, Horstführer), Muck (Heinrich Stückemann, Horstführer) und Scherken (Hans-Georg Schierholz) als NS-unbelastete Bürgen vor der Militärverwaltung auftraten und Jumbo (Heinz Schmuck) Pascha (Winfried Reese), dem Stammesgründer, bei den Anträgen an die Militärregierung der britischen Zone half, suchte man nach etwas Verbindendem zur bündischen Zeit im DPB. Man wählte sich daher dessen ehemaliges Bundeszeichen als Stammeszeichen.

Nachsatz: In vielen Stämmen ist die Speerspitze auch heute noch Bestandteil des Stammeszeichens. Im heutigen DPB ist es noch das Zeichen für einen Bundesstand, den Speerjungen.